3 dinge
Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus. Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig. Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent. Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.
Gerhard Bronner ( * 23. 10. 1922 – österreich. komponist, musiker, kabarettist )
das wilde denken
” Doch ob man es bedauert oder sich freut, es gibt immer noch Zonen, in denen das wilde Denken, so wie die wilden Arten, relativ geschützt ist: das ist der Fall in der Kunst, der unsere Zivilisation den Status eines Naturparks zubilligt, mit all den Vorteilen und Nachteilen, die sich mit einem so künstlerischen Gebilde verbinden; und das ist besonders auf vielen Sektoren des sozialen Lebens der Fall, die noch nicht gerodet sind und in denen – aus Gleichgültigkeit oder aus Ohnmacht, und meistens ohne daß wir wüßten, warum – das spontane, wilde Denken auch weiterhin gedeiht.”
CLAUDE LÉVI-STRAUSS – » DAS WILDE DENKEN «
namenlos
n a m e n l o s
ob die berührung durch die äußere schicht der haut nur im gedankenlosen raum sich zeitlos wiederfindet? und wo es nur so scheint, als wär’s ein traum, der mir im lauf der zeit, im anfang bis zum knöchel reicht, der fließt und strömt und scheinbar zeitlos, kopflos alles körperhafte weiter treibt. in ungeahnter weise die bewegung löst vom grund. mich nicht in solches wasser taucht, das kacheln und gefäße netzt. wo sich der schweiß, der dunst, der kalk, der tag zersetzt. wo alles – wieder nichts: am ende – offen ist. scheinbar schwerelos, ziellos – stück für stück -, tiefer, wortlos, ohne hast. die farben, eigenschatten, wirrer tanz. vergessen, was noch im anfang ufer war, entlang der zeit. dem fluß bekannt, dem keine wörter folgen. es sei fortan nie mehr derselbe fuß, niemals die gleiche hand, die dann das wasser teilt. nie wieder noch derselbe blick, der all dies mit sich führt: die blätter, die bilder – den tand. wörter nur und muskelband. kette, schlinge um den hals. ohne farbe zuletzt. die augen gespannt. dem fluß der flüsse folgend. wo zeit und raum erneut begriffen sind. mich schöpfen lassen noch und noch. kelle des vermessens! nur nichts gefaßt! nur atem, hauch. es steigt und fällt das jähe, hohe fieber. nur ahnung bleibt. und alte, leise lieder.
wer schönes anschaut…
” Wer Schönes anschaut, spürt die Zeit /
und Zeit meint stets: Bald ist’s soweit.”
Gernhardt, Robert: 1997
ein traum
ein traum hat mein herz heute
fast aus dem rhythmus geworfen
wie eine sichel den halm
ein beil den mördernacken ritzt
bevor die seele
ein letzter verlodernder blick
im aschenden wort sich verliert
ein ort als gäbe es kein auge
hastend über pflastersteine
magisches denken quadriert
tag für tag monat für monat
jahraus jahrein vielleicht
aber noch nie nie wieder
gerilltes geglättetes magma
eine geworfene münze schlingerte
zerbrach einen spiegel
blitzte auf im licht der sonne
blendete kurz und streifte schnitt
fast mein auge gekippt hat der wind
sie im flug im traum
als gäbe es kein ohr
fiel all dies lautlos zu boden
mein weit geöffneter mund
als ich den regenbogen sah
zur schale geformt die finger
habe wassermusik empfangen
streckte die arme gen himmel
weißblond wie einst nackt
hielt ich ein seltsames gefäß
in den händen im traum
voll flirrender silberfische
eine gruppe marabus lud mich ein
sie sprachen zu mir ohne worte
so als gäbe es keine gedanken
sie nahmen mich auf in den kreis
1994 – die-wege
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wege gefunden
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für inhalte der verlinkten seiten bin ich nicht verantwortlich. die auswahl folgt dem “prinzip zufall”, selektion ist dennoch nötig, prüfe jeweils kurz, ob es sich um seriöse seiten handelt. zum stichwort wege gibt es am 22.8. 42.700.000 mio fundstellen! zitat: “das ganze ist mehr, als die summe seiner teile.”
überraschender ist es oft, wenn man etwas findet, das man gar nicht gesucht hat – da ich lange mit dem “prinzip zufall” experimentierte, ist mein motto zumindest am anfang auch im blog :::: NICHT SUCHEN – FINDEN ::::
HINWEIS: zu den links wird jeweils ein neues fenster geöffnet !
7. 9. 06: wege google: 56.700.000, pushpingrafix die-wege: rang 73
fundzitat: “die wege des herrn sind unergründlich”
der tod hat geduld
der tod hat geduld
in P8a gibt es zum einen die stark pflegebedürftigen, zum anderen solche, die meist im gemeinschaftsraum sitzen und dort auch verpflegt werden. alle sind vor und nach dem essen sich selbst überlassen, wenn überhaupt mal ein wort von einer der pflegerinnen, dann im stil eines kindergartens. einige kommen und gehen nur zu mahlzeiten, manche werden geholt und nach dem essen wieder ins bett gebracht. dann gibt es diejenigen, die trotz hohem alter geistig und emotional noch wach sind – bewusst wahrnehmen. etwa das 90-jährige ehepaar. oder ein fast 90-jähriger, der zwischen erinnerungen, einst ein sehr wichtiger mann gewesen zu sein, und der unfreiheit im SBK, körperlich und psychisch immer rapider abbaut. oder eine fast 90-jährige, welche noch das privileg des einzelzimmers hat, dies trotz kontaktbedürfnis einer zweibettzimmerlösung vorzieht. diese alten essen ausschliesslich in ihrem zimmer, suchen zwischen den verpflegungstakten nur den kontakt zu unmittelbaren zimmernachbarn, in einer ecke am ende des abteilungsganges – wo geraucht werden darf ( ein kleiner letzter luxus ).
icke
“ick sitze da, un esse klops,
uff enmal klops.
ick sitze, staune wundere mir,
uff enmal jeht se uff de tür,
ick jehe raus un kieke,
un wer steht draussen?
icke!”
urheba? berlina klassika!
( nua erinnat, schreibe fehlahaft )


