frag die steine

FRAG DIE STEINE

frag die steine find den kiesel
sieh die schmerle auf dem grund
folg dem flußbett zupfe gräser
tret auf faules holz am boden
grab und schaufel feuchte erde
geh den hügel rauf und runter
rupf das kleeblatt singe laut
springe über stock und stein
fühl die sonne scheint so warm
nimm dich selber in den arm

zupfst den schnurrbart stehst verloren
fühlst den ruck den du dir gibst
was lehnst du dich wie stehst du still
runzelst immerzu die stirn
trittst auf der stelle und gehst stumm
in dieser schönen gegend um
greifst dir wieder in den nacken
nur weil dich gefühle packen
bist zersetzt zerstreut zerbröckelt
klar – doch bist du jetzt sehr froh

pflüge nicht in weltgedärmen
bist du doch kein bauer und
kein schamane willst nicht lernen
daß der erdenball ist rund !
willst du wissen was dich plagt?
du bist zur falschen zeit verzagt
greife munter ein ins leben
sieh dort drüben steht der mond
geh jetzt heim und ruhe woll
denn du bist ein bischen toll

[ die-wege 1976 ]

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