schreibauf lass los…


habe vorgestern eine gute erfahrung machen können, weil ich einer einladung folgte, an einen ort, den ich 2006 in „der tod hat geduld“ beschrieb. jahre später war ich oft im cafe cultura, auf dem grossen gelände des SBK, wo ich mich mit einem mann anfreundete, der im rollstuhl sass und trotzdem seinen humor nicht verloren zu haben schien, solange er sich draussen befand ! wenn … schreibauf lass los… weiterlesen

der tod hat geduld


vorwort ( 22.4.2017 )

mein bericht betrifft ausschließlich meine erfahrungen im haus der SBK, abtlg. P8. und mein eindruck, daß dort überwiegend senioren mit Alzheimer und Demenz untergebracht waren und allein aus diesem grund die regeln und abläufe nicht zu vergleichen sind mit anderen häusern und pflegemaßnahmen im gelände der SBK erwähne ich vorab. daß weiterhin im gesamten betrieb der SBK eine organisation erforderlich ist, das steht nicht im widerspruch zu meinen subjektiven eindrücken, wenn ich mit großer aufmerksamkeit und empathie meine wahrnehmungen in worte zu fassen versuchte.

der tod hat geduld

in P8a gibt es zum einen die stark pflegebedürftigen, zum anderen solche, die meist im gemeinschaftsraum sitzen und dort auch verpflegt werden. alle sind vor und nach dem essen sich selbst überlassen, wenn überhaupt mal ein wort von einer der pflegerinnen, dann im stil eines kindergartens. einige kommen und gehen nur zu mahlzeiten, manche werden geholt und nach dem essen wieder ins bett gebracht. dann gibt es diejenigen, die trotz hohem alter geistig und emotional noch wach sind – bewusst wahrnehmen. etwa das 90-jährige ehepaar. oder ein fast 90-jähriger, der zwischen erinnerungen, einst ein sehr wichtiger mann gewesen zu sein, und der unfreiheit im SBK, körperlich und psychisch immer rapider abbaut. oder eine fast 90-jährige, welche noch das privileg des einzelzimmers hat, dies trotz kontaktbedürfnis einer zweibettzimmerlösung vorzieht. diese alten essen ausschliesslich in ihrem zimmer, suchen zwischen den verpflegungstakten nur den kontakt zu unmittelbaren zimmernachbarn, in einer ecke am ende des abteilungsganges – wo geraucht werden darf ( ein kleiner letzter luxus ).

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