ziTAT & aphorismus


GEORG CHRISTOPH LICHTENBERG * 1. Juli 1742 † 24. Februar 1799 Georg Christoph Lichtenberg – Mathematiker, Naturforscher, der erste deutsche Professor für Experimentalphysik im Zeitalter der Aufklärung. Lichtenberg gilt als Begründer des deutschsprachigen Aphorismus. „Nichts kann mehr zu einer Seelenruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat.“ „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel … ziTAT & aphorismus weiterlesen

lyrik & konkrete poesie #04


DIE ERSTE (1/4) ELEGIE – RILKE Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme einer mich plötzlich ans Herz, ich verginge von seinem stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen, und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich. Und … lyrik & konkrete poesie #04 weiterlesen

lyrik & konkrete poesie #03


Der Panther Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht. Nur manchmal schiebt der Vorhang der … lyrik & konkrete poesie #03 weiterlesen

lyrik & konkrete poesie #02


Ein Auge, offen Stunden, maifarben, kühl. Das nicht mehr zu Nennende, heiß, hörbar im Mund. Niemandes Stimme, wieder. Schmerzende Augapfeltiefe: das Lid steht nicht im Wege, die Wimper zählt nicht, was eintritt. Die Träne, halb, die schärfere Linse, beweglich, holt dir die Bilder. PAUL CELAN 23.November 1920 Czernowitz. Großrumänien ( heute Ukraine ) † vermutlich 20. April 1970 in Paris lyrik & konkrete poesie #02 weiterlesen

traumwandlung 12 buchstabensprache


ein traum hat mein herz heute fast aus dem rhythmus geworfen ein traum hat mein herz heute fast aus den rhythmus geworfen. wie eine sichel den halm ein beil den mördernacken ritzt; bevor die seele, ein letzter verlodernder blick, sich im veraschenden wort verliert. ein ort, als gäbe es kein auge. hastend über pflastersteine, magisches denken quadriert. tag für tag, monat für monat, jahraus, jahrein … traumwandlung 12 buchstabensprache weiterlesen

lyrik & konkrete poesie #01


SPRICH AUCH DU Sprich auch du,sprich als letzter,sag deinen Spruch. Sprich –Doch scheide das Nein nicht vom Ja.Gib deinem Spruch auch den Sinn:gib ihm den Schatten. Gib ihm Schatten genug,gib ihm so viel,als du um dich verteilt weißt zwischenMittnacht und Mittag und Mittnacht. Blicke umher:sieh, wie’s lebendig wird rings –Beim Tode! Lebendig!Wahr spricht, wer Schatten spricht. Nun aber schrumpft der Ort, wo du stehst:Wohin jetzt, … lyrik & konkrete poesie #01 weiterlesen

ziTAT & philosophie #01


DA ICH WÜNSCHTE, MICH ALLEIN DER ERFORSCHUNG DER WAHRHEIT ZU WIDMEN, SO HIELT ICH ES FÜR NOTWENDIG, GENAU DAS ENTGEGENGESETZTE ZU TUN UND ALS UNBEDINGT FALSCH ALL DAS NACHZUWEISEN, WORAN ICH NUR IM MINDESTEN ZWEIFELN KONNTE [ René Descartes 1596 – 1650 Philosoph ] „the difference between genius and stupidity is that genius has its limits.“ [ Albert Einstein 1879 – 1955 ] ziTAT & philosophie #01 weiterlesen